Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Familiensegment 2020-2026 — Vermietbarkeit, Fluktuation, Nachfrage in Zahlen

Das Familiensegment muss nicht weich erzählt werden. Die Jahre 2020 bis 2026 liefern harte Zahlen, an denen sich Vermietbarkeit, Fluktuation und Nachfrage sauber ablesen lassen.

Europäischer Portfoliomanager zeigt in einem deutschen Konferenzraum Kennzahlen zu Vermietbarkeit und Nachfrage im Familiensegment

Ein europäischer Portfoliomanager präsentiert auf einem großen Bildschirm Kennzahlen zu Nachfrage, Fluktuation und Wertentwicklung von Familienwohnungen in Deutschland.

Familiensegment 2020-2026 — Vermietbarkeit, Fluktuation, Nachfrage in Zahlen

Wer das Familiensegment führen will, braucht keine Stimmungslage, sondern ein belastbares Zahlenbild. Die Jahre 2020 bis 2026 haben genau das geliefert. Die Marktphase war nicht einheitlich. Auf die Preisüberhitzung bis 2022 folgte die Korrektur 2023 und 2024, danach die Stabilisierung 2025. Gleichzeitig blieb ein Faktor erstaunlich hartnäckig stabil: die reale Nachfrage nach funktionierenden Familienwohnungen.

Der erste Fixpunkt ist die Zielgruppe. 2025 gab es in Deutschland 8,373 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern, davon 4,097 Millionen mit einem Kind, 3,225 Millionen mit zwei Kindern und 1,051 Millionen mit drei oder mehr Kindern. Das ist keine kleine Nische. Das ist ein Markt in Millionenhaushalten.

Der zweite Fixpunkt ist das Angebot. Ende 2024 standen in Deutschland 43,756 Millionen Wohnungen zur Verfügung, davon 11,332 Millionen mit vier Räumen, 7,122 Millionen mit fünf Räumen, 4,190 Millionen mit sechs Räumen und 4,669 Millionen mit sieben oder mehr Räumen. Rein rechnerisch ergibt das rund 27,314 Millionen Wohnungen mit vier oder mehr Räumen. Das klingt großzügig. Operativ ist die Zahl trügerisch, weil sie weder Lage noch Grundriss noch soziale und infrastrukturelle Passung abbildet.

Zahl 1: Das Angebot wächst zu langsam

2024 wurden in Deutschland 251.900 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 42.500 Einheiten weniger als 2023 und ein Rückgang um 14,4 Prozent. Für institutionelle Bestände ist das keine abstrakte Branchenzahl. Es bedeutet: Das Ersatzangebot für Familienhaushalte wird knapper, gerade dort, wo Baukosten, Zinsen und Genehmigungszeiten Projekte verzögern.

Wenn das Neubauventil enger wird, steigt die Vermietbarkeit guter Bestandswohnungen fast automatisch. Nicht jeder Bestand profitiert. Aber der Markt bestraft mittelmäßige Familienprodukte in dieser Phase weniger lange, solange Lage und Nutzbarkeit stimmen.

Zahl 2: Der Bestand wächst nur in kleinen Schritten

Von 2023 auf 2024 stieg der Wohnungsbestand um 238.500 Wohnungen oder 0,5 Prozent. Das ist für einen Gesamtmarkt von 43,756 Millionen Wohnungen wenig Dynamik. Noch klarer wird das Bild im Langverlauf: 2020 lag der Bestand bei 42,804 Millionen Wohnungen, 2024 bei 43,756 Millionen. Das Plus über vier Jahre beträgt also nicht einmal eine Million Einheiten.

Für das Familiensegment heißt das: Wer heute eine gute Vier- oder Fünfzimmerwohnung verliert, ersetzt sie am gleichen Standort oft nicht ohne Preisaufschlag oder Qualitätsabstrich. Genau daraus entsteht die stille Stärke der Vermietbarkeit.

Zahl 3: Die Preisphase war nicht linear

Der Häuserpreisindex von Destatis lag 2020 im Jahresdurchschnitt bei 138,7 Punkten, 2021 bei 154,7, 2022 bei 164,1, 2023 bei 150,3, 2024 bei 148,0 und 2025 vorläufig bei 152,7 Punkten. Das ist die Marktgeschichte in einer Reihe: kräftiger Anstieg, scharfer Rücksetzer, dann Erholung.

Für das Familiensegment ergibt sich daraus eine unangenehme, aber nützliche Wahrheit. Die besten Bestände gewinnen nicht deshalb, weil der Gesamtmarkt immer steigt. Sie gewinnen, weil sie in der Korrektur weniger verlieren und in der Stabilisierung schneller wieder Anschluss finden. Genau das trennt Portfolio-Anker von bloß großen Wohnungen.

Zahl 4: Vier Zimmer sind Standard, nicht Differenzierung

2024 war die Vierzimmerwohnung mit 11,332 Millionen Einheiten die größte Einzelgruppe im Bestand. Wer daraus schließt, Familienprodukte seien ausreichend vorhanden, liest den Markt zu oberflächlich. Vier Zimmer sind Mengenrealität. Familientauglichkeit ist Qualitätsrealität.

Entscheidend ist deshalb nicht die nackte Raumzahl, sondern die Quote der tatsächlich vermietbaren Familienwohnungen im eigenen Bestand. Schlechte Schnitte, gefangene Räume, fehlender Stauraum, schwierige Erdgeschosszonen oder laute Erschließung drücken die Marktgängigkeit sofort. In Zahlen heißt das: Nicht jede nominell große Wohnung ist eine funktionierende Familienwohnung.

Zahl 5: Familiennachfrage bleibt breit

Die durchschnittliche Familiengröße lag 2025 bei 3,66 Personen. Das ist für Bestandshalter deshalb wichtig, weil es die Anforderung an Grundriss und Zimmerlogik direkt erklärt. Familien ziehen nicht in Produkte ein, die knapp über die Mindestfläche kommen. Sie suchen Wohnungen, die Schlafen, Arbeiten, Lagern und Alltag parallel aushalten.

Deshalb ist die Nachfrage in diesem Segment oft stabiler als die Besichtigungszahlen vermuten lassen. Wenn passende Wohnungen selten sind, steigt nicht nur der Druck auf die Neuvermietung. Es sinkt auch die Bereitschaft bestehender Mieterhaushalte, aus einem funktionierenden Produkt auszuziehen.

Zahl 6: Fluktuation ist im Familiensegment kein Zufallswert

Es gibt keine bundesweit einheitliche amtliche Familien-Fluktuationsquote für institutionelle Portfolios. Wer also mit einer pauschalen Marktzahl operiert, arbeitet unsauber. Für die Praxis heißt das etwas Besseres: Die relevante Fluktuation ist die relative Fluktuation des eigenen Familiensegments gegen den restlichen Bestand.

Das Muster ist klar. Wenn Ihr Familiensegment trotz Preisbewegungen, Zinsanstieg und Bauflaute zwischen 2022 und 2025 stabil bleibt, liegt die Erklärung meist nicht im Zufall. Dann tragen Lage, Produkt und Mieterprofil gemeinsam. Steigt die Fluktuation dagegen ausgerechnet in einem knappen Markt, ist das ein Warnsignal. Dann hat der Bestand entweder funktionale Mängel oder verfehlt die Lebensphase der Zielgruppe.

Zahl 7: Wohnfläche und Alltag werden wichtiger

Die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung lag Ende 2024 bei 94,0 Quadratmetern, die Wohnfläche je Einwohner bei 49,2 Quadratmetern. Das klingt komfortabel. Für Familienhaushalte ist die Aussage begrenzt. Durchschnittsfläche hilft wenig, wenn die nutzbare Fläche falsch verteilt ist.

Für Portfolioentscheidungen ist deshalb wichtiger, wie viel alltagstaugliche Fläche pro Zimmer tatsächlich vorhanden ist, ob ein zusätzlicher Arbeits- oder Kinderraum möglich bleibt und ob die Wohnung in mehreren Familienphasen tragfähig ist. Genau diese Nutzbarkeit drückt später Vermietbarkeit und Fluktuation.

Was die Jahre 2020 bis 2026 praktisch sagen

Erstens: Das Familiensegment hat eine große und klar belegbare Zielgruppe. Zweitens: Das Ersatzangebot wächst zu langsam. Drittens: Die Preisreihe war volatil, aber gute Familienbestände sind im Zyklus robuster als austauschbare Produkte. Viertens: Die entscheidenden Kennzahlen sitzen nicht im Gesamtmarkt, sondern im Verhältnis zwischen Familienbestand und Restportfolio.

Darum ist das Familiensegment keine soziale Randnotiz im Reporting. Es ist ein harter Portfoliobaustein. Wer hier Belegung, Fluktuation und Nachfrage sauber trennt, erkennt früher, welche Häuser Ertrag tragen und welche nur im allgemeinen Wohnungsmangel mitschwimmen. Genau diese Unterscheidung entscheidet in den kommenden Jahren über Qualität im Bestand.

Rechtshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung oder Energieberatung im Einzelfall. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt. Stand: August 2026.